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Rezept des Monats Januar

Ren-Sauerkrautsuppe

500 g Sauerkraut in etwas Wasser 1 Stunde lang dünsten
300 g Ren-Geschnetzeltes (tiefgefrorenes 1 Std. bei Zimmertemperatur auftauen lassen). Ersatzweise Wildgeschnetzeltes verwenden
50 g Butter oder Schweineschmalz

Das Fleisch mit dem Fett anbraten, mit Salz würzen und zum Sauerkraut geben.
1-2 geriebene Kartoffeln
500 g Möhrenscheiben
1 TL Römischer Kümmel

Das ganze noch eine Stunde kochen lassen, Wasser nach Belieben hinzufügen.
Mit saurer Sahne genießen.

Guten Appetit!

Rezept des Monats Februar

Februar: Rotbarsch Olari

1 - 2 Packungen gefrorenes Gemüse (Wok-Mischung o.ä.) auftauen

500 g Rotbarschfilet mit Zitronensaft und zerlassener Butter bestreichen. Ofen auf 175 Grad beheizen.

1 TL Kardamon mahlen, mit frischem Ingwer und Zwiebeln zu Paste verarbeiten.

200 g Kokosnuss raspeln, mit Wasser mittels Bamix zu Paste verarbeiten.
Zur Kokospaste 1 Banane geben, verquirlen. Ingwerpaste dazumixen.
Aufgetautes Gemüse mit Kokospaste vermischen.

Die Fischfilets in gefettete ofenfeste Form legen, mit Gemüse-Kokos-Mischung bedecken.
Im Ofen 45 Minuten gären. Mit Kartoffelpüree oder Jasmin-Reis servieren.

Guten Appetit!

Rezept des Monats März

März-Salat aus geräuchertem Ren und Ofenkäse

1 Teil hauchdünn geschnittenes kaltgeräuchertes Ren

2 Teile Leipäjuusto (gebackener Colostrum-Frischkäse, ersatzweise Hüttenkäse)

2 Teile rote Weintrauben, 2-geteilt

2 Teile Dosenpfirsich-Stücke

2 Teile eingelegte Selleriewurzel-Streifen

grüner Salat, auch verschiedene Sorten

alles zerkleinern und mischen, mit Kerbel und Balsamessig würzen.

Guten Appetit!

Rezept des Monats April

Orthodoxes Osterdessert: Passa

250 g Quark und 100 g Zucker und 1 Esslöffel Vanillezucker verrühren, 50 g zerlassene Butter zurühren, dann 200 g geschlagene Sahne dazumischen. Zum Schluss 100 g Rosinen und 1 Esslöffel geriebene Zitronenschale dazumischen.

Die Masse in eine hölzerne Passaform geben. Alternativ in ein großes Melitta Kaffeefilter geben.

Überschüssige Feuchtigkeit 24 Std im Kühlschrank abtropfen lassen. Vor dem Servieren stürzen und mit Sahne, Bonbons oder Blüten festlich garnieren.

Orthodoxes Ostergebäck: Kuliza

Hefeteig aus 0,25 l warmer Milch, 1/2 TL Salz, 40 g frische Hefe und 250 g Weizenmehl bereiten und an warmer Stelle zugedeckt gehen lassen.

2 Eier und 100 g Zucker zu Schaum rühren, mit 75 g zerlassener Butter zum Teig rühren, 100 g gehackte Mandeln und 200 g Rosinen/Korinthen sowie weitere 250 g Weizenmehl zugeben.

In tiefe runde Form geben und bei 175 Grad im vorgeheizten Ofen etwa 40 Minuten backen. Die Kuliza soll pilzartig aussehen, oben breit aus der Form wachsend.

Guten Appetit und Frohe Ostern!

Rezept des Monats Mai

Finnische Rauchfisch-Butterbrottorte


Die Butterbrottorte ist eine praktische Abänderung des dänischen Smörrebröds. Sie wird besonders im Sommer, anlässlich Abiturfeiern und bei Hochzeitsmahlen und anderen Familienfeiern angeboten. Wie die herkömmliche süße Torte besteht sie aus Schichten, doch anstelle von Kuchenböden werden Brotscheiben und anstelle süßer Füllungen herzhafte Mischungen aus Käse, Wurst und Majonese verwendet. (Anmerkung: die in Finnland viel verwendete zeitsparende Maßeinheit "dl" = Deziliter entspricht 100 ml. 10 dl = 1 Liter) Es ist viel einfacher, bewegliche Zutaten wie Mehl, Zucker usw. im Messbecher zu dosieren als mit der Waage!)

Zutaten und Herstellung:

180 g finnisches Roggenbrot (Hapankorppu oder Knäcke) wird fein zerbröckelt und mit 100 g Butter und 1/2 dl Milch vermischt und Hilfe von Butterbrotpapier zu einem runden Tortenboden (etwa 27 cm) gepresst. Praktischerweise wird dazu eine hochrandige Springform mit Pergamentpapier ausgelegt.

Füllung:

4 dl Hüttenkäse, 4 dl Frischkäse, 1 TL Apfelessig, 1 mittelgroße zerkleinerte Salzgurke, 1/2 dl gehackten Petersilie, 1/2 dl gehackten Schnittlauch, 1/2 TL schwarzer Pfeffer, 150 g geräucherter Lachs oder Anjovis (zerkleinert). Alles gut vermischen.

5 Blätter Gelatine werden in kaltem Wasser eingeweicht und in 2-3 TL heißem Zitronensaft aufgelöst und in die Füllung gerührt. Die Füllung sodann auf den Brotboden geben. Zudecken und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag stehen lassen. Die Springform entfernen und Kuchen vor dem Servieren dekorieren.

Guten Appetit und schöne Frühlingsfeste!

Rezept des Monats Juni

Pie von frischem Weißkohl

4-6 Portionen

Zutaten und Herstellung: (Anmerkung: die in Finnland viel verwendete zeitsparende Maßeinheit "dl" = Deziliter entspricht 100 ml. 10 dl = 1 Liter) Es ist viel einfacher, bewegliche Zutaten wie Mehl, Zucker usw. im Messbecher zu dosieren als mit der Waage!)

Boden: 3 dl Weizenmehl, 1 TL Backpulver, 1/2 TL Salz, 100 g Butter oder Margarine, 125 g geriebenen Möhren. Die Zutaten in dieser Reihenfolge zu einem steifen Teig verkneten und damit eine Springform bzw. Auflaufform auslegen.

Fullung: Etwa 4 dl feingeschnittenen Weißkohl und 1 feingewogenen Porree in wenig Fett vorgaren. Dann 125 g Möhrenpüree (z.B. aus Kinderfertigkost oder aus gekochten Möhren selbst püriert), 3 EL saure Sahne, 1/2 EL frischer Oregano, 1/2 EL frischer Majoran, 1 TL Salz zugeben und auf den Boden geben. Im Ofen bei 200 Grad 40 min backen.

Guten Appetit und schöne Mitsommerfeste!

Rezept des Monats August

Flusskrebs-Diner

Pro Person werden 10 - 12 mittelgroße Flusskrebse benötigt.

Dieses Jahr beginnt die Fangzeit für Flusskrebse am 21. Juli. Die lebenden Krebse werden meist direkt an Restaurants geliefert, doch auch auf den Märkten (Marktplatz Helsinki) können sie zum Stückpreis von ca. 7 Euro gekauft werden. Die lebenden Krebse werden in kochendes Wasser gegeben. Für je 8 Krebse 1 Liter Wasser, 40 g Salz und 2-3 Stück Würfelzucker. Wasser zum Kochen bringen, Salz, Zucker und reichlich Dill zugeben und unter sprudeldem Kochen die gesäuberten und gespülten Krebse. Kochzeit (nachdem das Wasser wieder siedet) 12 - 15 Minuten. Krebse in sauberes Gefäß heben, frischen Dill und etwas vom Kochwasser gesiebt dazugeben und schnell in fließend kaltem Wasser abkühlen. Im Kühlschrank bei 6 Grad ein Tag haltbar.

Am einfachsten lassen Sie sich diese Delikatesse in guten Restaurants schmecken. Grundpreis pro Person rund 40 Euro, dazu Krebse zum Stückpreis des Tages.

Billiger kommen Sie mit tiefgefrorenen Flußkrebsen aus der Türkei oder Kanada weg. Im Kühlschrank auftauen lassen und mit frischem Dill servieren.

Das Krebs-Diner gehört zu den lustigsten Geseligkeiten in Finnland. Der ganze Prozess dauert wenigstens 5 Stunden. Zuerst wird der ärgste Hunger mit einer zur Jahreszeit passenden Vorspeise gestillt wie diese Pfifferlingpfanne: 500 g neue Kartoffeln werden (nicht ganz gar) gekocht. Eine Zwiebel gehackt mit 150 g kleingeschnittenem Speck in der Pfanne bräunen, 200 g Pfifferlinge kleingeschnitten und die gewürfelten Kartoffeln hinzugeben, etwas anbraten und in 1 dl Sahne garen (finnische Sahne hat 37 % Fettgehalt). Mit Salz abschmecken.

Getränke: trockener Weißwein (Riesling) und klarer Schnaps (Koskenkorva, Finlandia, Viru Valge).

Die Krebse werden auf Toast gegessen. Jeder Gast hat ein Krebsmesser zum Öffnen der Scheren. Nur das Fleisch aus den Scheren und vom Schwanz ist genießbar. 3-5 Krebse für eine Scheibe Toast. Wenn genug Fleisch vorliegt, wird frischgerösteter Toast mit frischer Butter bestrichen und in feingewogenem Dill getupft, der an der warmen Butter kleben bleibt. Krebsstückchen dazulegen und andächtig verzehren.

Wichtigste Zutaten: Kerzenlicht, Trinksprüche und Trinklieder und gute Laune. Desser: Rabarbergrütze, Eiskrem, frische Waldbeeren.

Guten Appetit und angenehme Augustabende!

Rezept des Monats September

Kalakukko = Savonische Fischpastete, eines der finnischen Nationalgerichte

Sie benötigen einen auf 250 Grad beheizten Backofen und viel Kraft in den Händen.

Zur Füllung 1 kg frische Süßwasserfische, am besten Barsche oder Kleine Felchen, die entschuppt, gesäubert und gegebenenfalls filetiert sind, sowie 300 g dünngeschnittenen Schweinespeck und 1 EL Gewürzsalz.

Zutaten für den Teig: Pro Kukko 6 dl (0,6 l) Wasser, 10 dl Roggenmehl und 5 dl Weizenmehl vermischt, 1 EL Salz und 150 g Öl oder weiche Butter. Sie kneten soviel Mehl hinein, bis der Teig fest, aber noch biegsam ist.

Den Teig auf dick mit Roggenmehl bestreuter Tischplatte zu einer etwa 1 cm dicken ovalen Scheibe ausrollen. Ränder glattschneiden und Teigreste für später aufbewahren. Nun beginnt das schichtweise Füllen. Die abgetrockneten Fischchen oder Filets werden, Schuppenseite nach unten, in die Mitte der Teigplatte gelegt, so dass ringsum 10 cm frei bleiben. Dann Speckscheiben darauf und mit Gewürzsalz würzen und die nächste Schicht Fisch. Nach drei bis höchstens vier Schichten wird der Kukko geschlossen, indem die Ränder, von den Enden des Ovals angefangen, nach oben gebogen und mit feuchten Fingern bestreichend verschweißt werden. Etwaige Löcher im Teig werden mit Teig repariert und am Schluss aus übriggebliebenem, dünn ausgerolltem Teig ein Hut als Deckel aufgeschweißt.

Backen: zuerst eine Stunde bei 250 Grad. Dann herausnehmen, in Alufolie wickeln und noch 4 Stunden bei 150 Grad backen lassen. Herausnehmen und in Styrenkiste abkühlen lassen. Danach den Kukko zuerst umdrehen, damit der Saft sich innen gleichmäßig verteilt.

Verzehr: Zuerst wird mit waagerechtem Schnitt der Hut abgetrennt und der Kukko wie eine Torte in Scheiben geschnitten. Wichtig ist, dass beim Backen etwaige Löcher in der Teighülle sofort repariert werden, sonst trocknet die Füllung aus!

Rezept des Monats Oktober

Pilzomelette aus Trompetenpfifferlingen

Sie kaufen auf dem Markt eine tüchtige Portion der Pilze oder holen sie sich aus dem Wald. In Finnland ist der Trompetenpfifferling einer der beliebtesten Speisepilze. Erntezeit September bis - ja bis der Schnee den Waldboden zudeckt. Auch die ersten Nachtfröste können diesem Pilz nichts anhaben. Nicht nur der würzige Geschmack, auch die leichte Zubereitung und die spannende Suche machen aus ihm einen Favoriten. Ihn zu finden ist immer eine Konzentrationsübung, denn er passt sich in der Färbung hervorragend der übrigen Vegetation und den welken Blättern an. Foto .

Suppilovahvero oder kurz Suppis ist sein Name auf Finnisch, ein Beweis, dass finnische Wörter nicht immer länger sind als deutsche. Cantharellus tubaeformis (lat). Selten ist er von Maden befallen, und die Vertiefung auf dem Hut sowie die platten gelben Stengel unterscheiden ihn von anderen Pilzen. Standort: fichtenhaltiger Wald, feuchte Moose, Preiselbeeren.

Zuerst wird der Tromp. in der Pfanne von überflüssiger Feuchtigkeit befreit, dann in Butter angebraten und in gutgeschlagegenen Eierschaum eingebettet und bei mäßiger Hitze gebacken. Getoastete Sonnenblumenbrotschieben mit Pestosoße bestreichen und die Omelette darauflegen.

Guten Appetit und warme Herbsttage!

Rezept des Monats November

Kartoffelbrei nach Inkoo-Art

Vorgeschichte: Man nimmt an, dass die Kartoffel seinerzeit zuerst im Gut Fagervik bei Ingå (fin. Inkoo) an der Südküste angebaut wurde und von dort aus Finnland erobert hat. Der Überlieferung gemäß brachten entweder die 1762 aus dem Siebenjährigen Krieg zurückkehrenden Soldaten oder die aus Deutschland geworbenen Schmiede die Erdäpfel mit. Die Bauern um Fagervik lernten den Anbau rasch, doch erst wussten sie nicht, ob der ober- oder unterirdische Teil der Pflanze essbar ist.

Sie nehmen: reichlich 1 kg Kartoffeln, 1,5 Liter Wasser, 1 TL Salz, 350 g grobes Roggenmehl

1. Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden
2. Wasser zum Kochen bringen, Kartoffeln und Salz zugeben und gar kochen
3. Das Kochwasser abgießen, jedoch aufbewahren
4. Kartoffeln zerstampfen und mit Kochwasser verdünnen
5. Den Brei zum Kochen bringen und Roggenmehl unter ständigem Rühren zugeben. Bei kleiner Hitze ½ - 1 Std. kochen und ab und zu rühren.
6. Frisch mit Butter und Milch reichen. Erkalteter Brei im Ofen gebacken ist besonders lecker. Nach Vorliebe und Gürtellinie genießen Sie den Brei mit Butter, Beeren oder Zimt und Zucker.

Guten Appetit!

Rezept des Monats Dezember

Finnische mürbe Pfefferkuchen und Weihnachtssterne

Von den deutschen Pfefferkuchen unterscheiden sich die finnischen durch rustikale Einfachheit. Spekulatius war bis vor einigen Jahren ganz unbekannt, ist aber heutzutage auch in finnischen Lebensmittelläden anzutreffen. Zum Grundrezept gehören Fett, Sirup, Ei und Mehl mit Treibmittel und Gewürzen. Wichtig ist, dass der Teig einen Tag vor dem Backen zubereitet wird und gründlich auskühlen kann. Meistens verwenden die finnischen Weihnachtsbäcker heute fertigen, tiefgekühlten Pfefferkuchenteig.

Zubereitung: 2 dl (ca. 250 g) brauner Sirup erhitzen und die Gewürze zugeben (1 TL Gewürzpfeffer, 1 TL Nelkenpulver, 1 TL Ingwerpulver, 2 TL gemahlenen Zimt).

400 g Butter mit 500 g Zucker schaumig rühren, 1 Ei verrühren.

14 dl (ca. 900 g) Weizenmehl mit 3 TL Soda vermischen.

Den abgekühlten Sirup, das Mehl und 2 dl Sahne (37 % Fettgehalt) in die Schüssel mit dem Butter-Zuckerschaum geben und flink verrühren.

Im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren. Sie können den Teig auch einfrieren und zum Backen im Kühlschrank auftauen lassen.

Portionenweise auf gemehltem Backbrett ausrollen, mit Formen ausstechen und bei 200 Grad etwa 5 Minuten deutlich braun backen. Aus dem Teig lässt sich natürlich auch ein Pfefferkuchenhaus backen, die Teile werden mit erhitztem Zucker verklebt.

Noch typischer als Pfefferkuchen sind für die finnische Weihnachtsbäckerei die Weihnachtssterne und Weihnachtstörtchen. Dazu brauchen sie kochfeste dunkle Pflaumenmarmelade. Tiefgefrorene Blätterteigplatten werden in etwa 12 mal 12 cm große Quadrate geschnitten und diagonal von den Ecken eingeschnitten, ein Löffelchen Pflaumenmus in die Mitte und jeweils die Hälfte der Ecken in der Mitte zusammenkneten, so dass ein Stern entsteht. Oder mit einer großen Tasse Kreise von 10 cm Durchmesser ausstechen, Pflaumenmus in die Mitte geben und zum Halbkreis vereinigen. Bei 200 Grad eben hellbraun backen und mit Puderzucker bestäuben.

Guten Appetit und eine gemütliche Adventszeit!

Rezept des Monats Januar 2002

Finnischer Grüner Fischlaib

Etwas kalorienarmes nach den Feiertagen:

2 dl (0,2 L) Milch-Sahnegemisch und 1 dl Zwiebackkrümel vermischen und 10 min ruhen lassen. Sie mahlen 800 g helle Fischfiles bzw. gefrorenen Fisch in der Küchenmaschine, geben die Zwieback-Milchmasse hinzu, dann 1 zerkleinerte Zwiebel, 2 dl (1 Tasse) Schnittlauch, 1 EL feingewiegter frischer Dill und 1 EL feingewiegte frische Zitronenmelisse, 2 TL Salz, 2 Eier und eine Prise Zitronenpfeffer hinzu und mixen gründlich. Die Masse in eine gefettete rechteckige Form geben, in einer größeren Form ( die als Wasserbad mit heißem Wasser versehen ist) im 200 Grad heißen Ofen etwa 1,5 Stunden garen.

Vor dem Stürzen und Schneiden etwas abkühlen lassen. Zu den Fischlaib-Schnitten gekochte Kartoffeln oder Püree mit zitronengewürzter Fischsoße reichen. Noch grüner wird der Fischlaib, wenn Sie beim Füllen der Form nach der Hälfte der Masse gekochten und gehackten Spinat als Band hinzufügen.

Guten Appetit!

Rezept des Monats Februar 2002

Runeberg-Törtchen

Das Rezept wird traditionell Fredrika Runeberg (1807-87) zugeschrieben, Finnlands erster Schriftstellerin und Gattin des Dichters J.L. Runeberg. Wahrscheinlich stammten die Törtchen jedoch aus der lokalen Konditorei in Porvoo und erhielten ihren Namen, weil Runeberg sie gerne aß. Diese Törtchen werden vor dem Geburtstag des Dichters am 5. Februar überall angeboten.

1 Ei mit 150 g Zucker, 1 dl Sahne, 1 dl geriebene Mandeln, 2 dl geriebenes Altbrot (Paniermehl), 150 g weichem Fett, 1 Schuss Rum und 1,5 dl Weizenmehl, dem 1 TL Backpulver und 1 TL Kardamonpulver zugesetzt ist, verrühren und in Muffin-Förmchen geben. Saftiger wird das Gebäck, wenn Sie noch 1 dl geraspelten Apfel zurühren. (In Finnland gibt es manchmal zünftige Rohrformen für dieses Gebäck zu kaufen, doch Sie können auch den Teig als Boden backen und in viereckige Stücke schneiden). Backzeit 15 Minuten bei 225 Grad. (1 dl = 1/10 L = 100 ml)

Nach dem Abkühlen wird aus Zuckerguss ein Ring gezogen und dieser mit Himbeermarmelade gefüllt. Guss: 1 dl Puderzucker und 2 TL Wasser oder Saft.

Guten Appetit!

Rezept des Monats April 2002

Vorschmack

Dies war das Lieblingsessen von Marschall Mannerheim! Er hatte es in Polen vor dem ersten Weltkrieg kennen gelernt. Vorschmack gehört zum Standard der Küche vieler finnischer Restaurants, so dem Savoy und dem König in Helsinki. Dieses Rezept ist aus dem Buch von Eero Mäkelä:

Sie schneiden 2 kg Lamm ohne Knochen und 250 g Rind in 3 cm große Würfel. 5 Zwiebeln werden geschält und in Scheiben geschnitten. Fleischwürfel und Zwiebelscheiben werden vermengt und in einer eisernen, gefetteten Ofenkastrulle bei 200 Grad gebacken, bis sie schön braun sind.

Abkühlen lassen und das ganze sowie 6 mittelgroße Heringsfilets und 50 g Anschovis durch den Fleischwolf drehen. In sauberer Porzellankastrulle anrichten und mit Fleischbrühe oder Wasser so verdünnen, dass die Masse soßig wird. Dabei kann man auch Tomatenmark zusetzen. Mit weißem Pfeffer und zerdrücktem Knoblauchzehen würzen. Dann wird die Masse im Ofen bei 180 Grad etwa 2 Stunden gebacken und bisweile umgerührt. Es soll eine breiige Masse entstehen, dementsprechend Wasser zugeben, falls es vorzeitig verdunstet. Gleichzeitig werden auf grobem Salz große Kartoffeln im Ofen gebacken.

Den Vorschmack mit den Ofenkartoffeln sowie als Beilagen Essig- und Salzgurken und eingelegte Rote Beeten servieren. Als Getränk empfiehlt sich klares Wasser und zwischendurch ein Schluck "Marskin Ryyppy" (Marschalls Gesöff), den Sie bei Alko kaufen können. Diese Schnapsmischung besteht aus 10 Teilen finnischem Aquavit , 2 Teilen trockenem französischem Wermuth und 1 Teil Gin und wurde von Mannerheims Adjutant "erfunden", als einmal im Krieg der gewohnte Wodka einen Nebengeschmack hatte. Mannerheim achtete genau darauf, dass ein Schnaps nicht etwa auf schwedische Art mit einem Schluck hinuntergestürzt wurde sondern in drei Schlückchen zerbissen und mit Trinksprüchen nach russischer Armeetradition begleitet wurde. Der Schnaps wird eiskalt in hochstielige Schnapsgläser bis ganz oben hin gefüllt und das Glas militärisch mit weit vom Körper abgespreiztem Ellbogen an den Mund geführt und beim Trinken wird dem Gegenüber in die Augen gesehen!

Auch beim Cognac und Kaffee war der Haudegen pingelig. Der erste Schluck Cognac sollte 8 Sekunden im Mund verbleiben und der Rest in kleinen Schlückchen in Ruhe genossen werden. Wenn manchmal Gäste ihren Cognac zu schnell konsumierten und voreilig zum Kaffee griffen, ließ der Gastgeber eine neue Flasche kommen und die Gläser nachfüllen. War der Gast dann wiederum zu schnell fertig, brummte Mannerheim beleidigt: "Besseren Cognac habe ich nicht".

Guten Appetit!


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Rezept des Monats Mai 2002

Morchelsuppe und Birkensaft

Ein in Finnland hochgeschätzter Speisepilz ist die Gyromitra esculenta, finnisch korvasieni, d.h. Ohrenpilz. Sogar angesehene Wörterbücher übersetzen dieses Wort mit "Speisemorchel", doch dessen lateinischer Name ist Morchella esculenta. Die Gyromitra ist roh tödlich giftig, doch nach finnischer Art gekocht steht sie auf der Speisekarte jedes besseren Resaturants. Gyromitra ist der erste Pilz nach der Schneeschmelze, die Fotos wurden am 30. April 2002 bei Mikkeli aufgenommen.

Sie brauchen 400 g frische Pilze, die sie unter fließendem kaltem Wasser möglichst gründlich von Sand befreien (etwas Sand bleibt immer übrig). Pilze in Wasser sprudelnd kochen und dabei gut lüften, denn die Dämpfe sind giftig! Nach fünf Minuten Wasser abgießen, Plize ausdrücken, neues Wasser zugeben und erneut sprudelnd kochen lassen. Wasser gründlich entfernen.

0,5 Liter Fleischbrühe vorwärmen. Eine Zwiebel kleinschneiden und in 2 EL Butter anbraten, 2-3 EL Weizenmehl hineinrühren und mit der Fleischbrühe aufkochen und verrühren. 5 Minuten kochen lassen, dann die feingeschnittenen Pilze und 0,5 Liter Sahne zugeben und 15 Minunten kochen lassen. Mit weißem Pfeffer, Madeira und Salz abschmecken und zu geröstetem Roggenbrot servieren.

Als Getränk empfiehlt sich frischer Birkensaft. Dazu wird eine Birke angebohrt und der Saft durch einen kurzen Schlauch in ein reines Gefäß gesammelt. Am besten läuft der Saft während der Schneeschmelze im April. Birkensaft hält sich gut tiefgefroren.

Guten Appetit!

Rezept des Monats Juni 2002

Finnisch-amerikanischer Pie

Die Finnen, die Mitte des 19. Jahrhunderts und später nach dem 2. Weltkrieg nach Nordamerika auswanderten, haben ihre Traditionen gut bewahrt. Die hier vorgestellte Pastete war der "Henkelmann" des finnischen Forstarbeiters.

Zutaten:


	Pastetenteig:

    7 1/2 dL Weizen- oder Brötchenmehl 

    1 1/2 TL Salz 

    1 TL Backpulver 

    250 g Margarine oder Schmalz 

    1 Ei 

    1 EL Weinessig 

    4 EL kaltes Wasser 

1. Mehl, Salz und Backpulver in Backschüssel vermischen, Fett hineinkneten.

2. Ei, Essig und Wasser verquirlen. Zum Mehlgemisch geben und zu Teig verarbeiten. Für eine Stunde in den Kühlschrank geben. Der Teig reicht für zwei Pasteten.


  Füllung: 

    4 Kartoffeln gewürfelt 

    1 große Mohrrübe gewürfelt 

    1 kleingehackte Zwiebel 

    (Steckrübenwürfel) 

    1 TL Salz 

    1/2 TL Pfeffer 

    250 g Rindfleisch fein gewürfelt oder gehackt 

    4 EL Butter 

1. Wurzelgemüse waschen und zerkleinern. Alle Zutaten vermischen und würzen.

2. Teig in zwei Hälften teilen und zu großer runder Platte ausrollen. Füllung auf eine Hälfte der Platte geben und darüber die Butter geben. Die andere Teighälfte darüberstülpen und die Ränder zusammenpressen (befeuchten hilft).

3. Die Halbmondförmigen Pasteten auf Backpapier und Backblech heben. Zuerst 20 Minuten bei 200 Grad, dann noch 30-40 Minuten bei 175 Grad backen.

Die abgekühlte Pastete in den Rucksack, Motorsäge in die Hand und nichts wie weg zum Bäumefällen!

Guten Appetit!

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Rezept des Monats November 2002

Korvapuustit "Ohrfeigen"

korvapuustit

Zutaten:


	Hefeteig:

    1/2 L Milch 

    50 g Backhefe 

    2 TL Salz 

    1 Ei 

    2 dl Zucker 

    200 g Butter/Öl/Margarine

    ca. 14 dl (900 g) Weizenmehl 

    1 EL zerstoßenes Kardamon

    Eigelb zum Bestreichen, Streuzukcer

    

    	Füllung:

     0,5 dl Zucker

     30 g Butter

     1 EL Zimt

1. Hefe in handwarmer Milch auflösen, mit Ei, Salz, Kardamon und dem Mehl gut verrühren, zuletzt das weiche Fett hineinrühren und an warmer Stelle gehen lassen.

2. Teig auf Backbrett dünn ausrollen, mit der Butter bestreichen und der Zucker/Zimt-Mischung bestreuen. Von einer Längskante her aufrollen und aus der Teigrolle Scheiben schneiden, die von außen her in der Mitte zusammengedrückt werden, dass die inneren Schichten zu beiden Seiten hervorquellen. Die Ohrfeigen noch einmal gehen lassen, mit Ei bestreichen und Streuzucker darüberstreuen und bei 225 Grad goldgelb backen (8-10 min).

Den gleichen Hefeteig können Sie auch zu anderem Gebäck gebrauchen. Wenn Sie daraus estländische Quarkteilchen machen wollen, formen Sie daraus Bällchen, die sie gehen lassen, drücken die danach in der Mítte ein und füllen sie mit folgender Füllung:


		Quarkfüllung

	3 Eier

	1 dl Zukcer

	2 TL Vanillezucker

	1 dl Sahne

	500 g Quark

	Zitronensaft

	Rosinen

Guten Appetit!

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Rezept des Monats Dezember 2002

Butterkremtorte "Ellen Svinhufvud"

Ursprünglich handelt es sich um das Rezept für eine Pariser Création namens "Fragilité". Die Gattin des ehemaligen Staatspräsidenten Svinhufvud liebte diese Torte, und so wurde sie in Finnland umgetauft. Die Torte gehört zu jedem Bankett am 6.12. zur Feier des Unabhängigkeitstages!

Man nehme: 5 Eiweiß zu Schaum schlagen, 200 g Puderzucker zufügen und sehr steif schlagen. 150 g geschälte und gemahlene Mandeln hineinrühren und die Masse in Form von 4 viereckigen, gleichgroßen Scheiben auf Backpapier verteilen und bei schwacher Hitze im Ofen trocknen.

Butterkrem-Füllung: 4 Esslöffel Zucker mit 2 dl Sahne aufkochen und 2 dl starker kalter Kaffee zugeben und verrühren. Nach Erkalten die Flüssigkeit nach und nach in 300 g schaumig gerührte Butter einrühren (immer in gleicher Richtung rühren). Zum Schluss 100 g geschälte und sehr fein gehackte Mandeln zurühren.

Die getrockneten Böden vorsichtig vom Papier lösen und mit der Füllung dazwischen aufschichten. Auf die letzte Platte kommt eine dicke Schicht Puderzucker und als Verzierung ganze Mandeln.

Guten Appetit!



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Rezept des Monats Juni 2003

Fischfrikadellen "Hauhos Paavo"

Sie brauchen dazu natürlich erstmal frische Fische, am besten Brachsen, doch auch Hechte oder Plötzen eignen sich!

Filetieren Sie die Fische, kochen Sie sie vorsichtig nicht zu lange und entfernen Sie die Gräten. Dann mahlen Sie ein Kilogramm mit der Fleischmühle und vermischen es mit 4 Eiern, 2 dl Sahne, 2 dl Fischbrühe, 4-10 gehackten Zehen Knoblauch, 2 TL Salz und nach Bedarf Weizenmehl zu einem Brei, den Sie nach Geschmack mit Dill, weißem und schwarzem Pfeffer usw würzen.

Als dünne Frikadellen in der Pfanne braten und mit Kartoffelpüree oder neuen Kartoffeln sowie Pilzsalat reichen.

Guten Appetit!

In der Hauho-Gegend, also nordöstlich von Hämeenlinna, im Dörfchen Alvettula, aßen wir diesen Sommer vorzügliche Fischwurst, also Wurst aus frischen Fischen bereitet und vor unseren Augen gegrillt! Restaurant Miekka

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Rezept des Monats September 2003

Finnischer Preiselbeer-Schaum

Ein beliebtes Gericht, dass eigentlich rund ums Jahr gegessen wird, denn Finnen machen Preiselbeeren ein, indem die Beeren grob zerstoßen im eigenen Saft ohne irgendwelche Zutaten oder Konservierungsstoffe in fest verschlossenen Plastikeimern kühl aufbewahrt werden. Preiselbeeren enthalten ja bekanntlich viel natürliche Sorbinsäure. Im Gegensatz zur in Deutschland beliebten Roten Grütze ist die finnische Version luftig locker und nicht zu süß!

Sie nehmen 5 dl (0,5 Liter) frische oder zerstampfte Preiselbeeren und fügen in einem engen hohen Gefäß 1 dl (100 ml) Wasser dazu. Ich habe für den Zweck ein passendes Marmeladenglas, dessen sich verengender Rand das Herausspritzen des Saftes verhindert. Die Beeren mit Handmixer zu feiner Masse mahlen und mit 1 Liter Wasser in einen etwa 3 l fassenden Kochtopf spülen. Am einfachsten gelingt es, wenn der Topf Teflonbelag hat, dann brennt so schnell nichts an.

Die Masse zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit vermischen Sie 1,5 dl Grießmehl und 1,5 dl Zucker. Wenn die Beeren an zu kochen fangen, die Hitzezufuhr mindern, (von 6 auf 3 etwa) und unter ständigem Rühren das Grießmehl mit dem Zucker hinzufügen. Der Brei muss neu kochen und auf kleiner Hitze 5 -10 min köcheln. Aufpassen, dass am Boden nichts anbrennt und oben nichts überkocht, also lieber nicht ans Telefon gehen!

preiselbeer-schaum

Danach von der Platte nehmen und im kalten Wasserbad abkühlen lassen. Wenn der Brei handwarm ist, in ein 2 l Glas- oder Porzellangefäß geben und mit dem elektrischen Schneebesen tüchtig schlagen, als ob Sie Schlagsahne machen wollten. Der dunkelrote Brei wird schließlich rosa und wächst durch die Luftblasen um die Hälfte an. Lassen Sie den Preiselbeer-Schaum gründlich abkühlen und erstarren. Sie können ihn auch fertig portionieren und erkalten lassen. Mit frischer Milch hineinlöffeln, nicht nur zum Nachtisch, sondern auch zwischendurch!

Um bei der Wahrheit zu bleiben: die Finnen kochen die zerstampften Beeren mit dem Wasser auf, sieben die Schalen weg und verwenden nur den Saft, doch meine Methode liefert ein gesünderes Gericht, denn die wertvollen Ballaststoffe der Preiselbeeren werden mitverwendet und das Endresultat ist vom Originalrezept kaum zu unterscheiden. Statt Preiselbeeren können Sie natürlich auch Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, warum nicht auch Pflaumen, Äpfel oder Birnen verwenden. Probieren geht über Studieren!

Guten Appetit!

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Rezept des Monats Januar 2005

Ooländischer Pfannkuchen

Diese Version wird im Inselreich der Åländer gepflegt. Der Teig wird auf die Ofenpfanne gegossen und im vorgeheizten Backofen bei 225 Grad gebacken.

Schritt 1: Sie nehmen 5 dl (0,5 Liter) Vollmilch und 1 dl Wasser und erhitze diese vorsichtig zum Kochen. Die Zugabe von Wasser hilft, das Anbrennen zu verhindern. Dann geben Sie in die heiße Milch unter eifrigem Rühren 1 dl Weizengrieß (oder Milchreis) und köcheln daraus einen Brei (10 min - bei Reis 30 min).

Schritt 2: Schlagen Sie zwei Eier mit 1 dl Zucker und geben Sie nach Belieben gehacktes Kardamon und geriebene Zitronenschale oder Vanillezucker hinzu. Vermischen Sie den erkalteten Brei mit dem Eischaum und rühren Sie noch 1 dl Weizenmehl darunter. Den Teig gießen Sie auf Ihre gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Ofenpfanne und darüber 50 g ausgelassene Butter oder Margarine.

Der Pfannkuchen wird bei 225 Grad gebacken, bis er goldgelb ist. Nach dem Backen kurz abkühlen lassen und in Portionen schneiden. Zünftig wird der Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade und Schlagsahne genossen

Guten Appetit!

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