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Urlaub im Grenzland Finnlands: Karelien

Rot und Schwarz sind die Landesfarben der Karelier. Dieser Volksstamm hat seine Eigenarten und Traditionen über die Jahrhunderte bewahrt und verteidigt. Hier, nördlich von Joensuu, zu beider Seiten der Grenze, hat in den 1830er Jahren der Forscher Elias Lönnroth die Gesänge der Volkssänger aufgezeichnet und zum Kaleva-Epos zusammengefügt.

Die Kultur der Karelier hat seit jeher die finnischen Künstler und Dichter inspiriert. Archäologen haben herausgefunden, dass die Bevölkerung Kareliens schon vor über 10 000 Jahren sogar ihre Gebrauchsgegenstände reich verzierte, ein klarer und bis heute zu verfolgender Charakterzug, der diesen Volksstamm auszeichnet.

Im Verlauf des 2. Weltkrieges mussten 400 000 Bewohner Kareliens ihre angestammten Wohnorte verlassen, um freie Bürger Finnlands zu bleiben und nicht im Sowjetreich aufzugehen. Das heutige Finnisch-Karelien ist nur ein kleiner Rest des ehemaligen Grenzlandes zwischen Ost und West. Das Unrecht der sowjetischen Annexion ist unvergessen, obwohl offiziell Finnland keine Gebietsansprüche an Russland hat. (Nach Meinungsumfragen wünscht sich die Mehrheit der Menschen in Russisch-Karelien die Wiedervereinigung mit Finnland, falls sie damit finnische Staatsbürger würden).

Gastliches Karelien

Zu Karelien gehört deftiges Essen. Im Sommer auf den Marktplätzen kaufen Sie Lörtsy, den platten Riesenkrapfen frisch aus dem heißen Ölbad, mit herzhafter Hackfleisch- oder süßer Apfel- oder Himbeerfüllung. Am nächsten Stand warten die Pfannen mit frischen kleinen Maränen, mit etwas Roggenmehl und Salz in Butter gebraten. Oder wie wäre es mit dem Patentrezept aus Kuopio, dem Kalakukko, eine Roggenteigpastete mit Fisch und Speck gefüllt? Puristen würden über diesen Text die Nase rümpfen, den Lörtsy und Kalakukko gehören nach Savo (siehe unten). Doch schmecken tun sie auch in Karelien, auf dem Marktplatz von Joensuu beispielsweise.

Typisch Karelische Gerichte sind natürlich der Fleischschmortopf und die Pirogge in ihren vielen Varianten, mal mit Reis, mal mit Kartoffelbrei gefüllt. Doch das ist ein Kapitel für sich!

Genießen Sie die Landschaft!

Unbedingt sollten Sie dem Koli einen Besuch abstatten. Aus 347 m ü.d.M. haben Sie eine unvergleichliche Aussicht auf die nordkarelische Landschaft. Hierhin pilgerten schon wiederholt der Komponist Jean Sibelius und viele seiner Künstlerfreunde. Für Anhänger der Bequemlichkeit sind Sesselbahn und Lift vorhanden. In Nordkarelien verbringt seinen Urlaub schon seit 35 Jahren der ehemalige Bundesminister Norbert Blüm.



Ilomantsi östlich von Joensuu wartet mit vielen Touristenattraktionen auf, wie dem der Hütte der Lieder und der schmucken orthodoxen Kirche. Auch viele Kampfstätten aus den russisch-finnischen Kriegen sind zu Museen aufbereitet. Den Wanderer erwartet die bergige Natur mit zahlreichen Naturparks.

Nicht zu vergessen: Savo!

Das Siedlungsgebiet des savonischen Volksstamms ist sehr weit und umfasst neben dem Saimaa-Gebiet, Europas viertgrößten See, große Bereiche Mittelfinnlands bis fast an die Küste. Manche behaupten sogar, Helsinki sei die größte Stadt Savoniens, woran ein Körnchen Wahrheit ist. Viele der heutigen Einwohner der Hauptstadtregion haben ja seit 1960 die Landflucht antreten müssen, und Savonier sind in der finnischen Politik und im öffentlichen Leben tonangebend.

Die Stadt der Opernfestspiele, Savonlinna, ist mit der düsteren Olavsburg eine der reizendsten Sommerstädte des Landes, von Mikkeli befehligte der Marschall Finnlands, C. G. E. Mannerheim seine Armee während des Krieges, und Kuopio ist der Sitz des Patriarchen der finnisch-orthodoxen Kirche. In Kuopio sollten Sie unbedingt das Orthodoxe Kirchenmuseum besuchen mit seinen einzigartigen Exponaten.

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