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Finnische Weihnachtsbräuche | Weihnachtsmarkt in Tampere | Helsinki in Monumenten

Weihnachten in Helsinki

Esplanadi-Park 2001

Dieses Jahr hat die Künstler-Vereinigung Valon voima (Macht des Lichtes) sich des Nobelparks im Stadtzentrum angenommen. Hier einige Fotos!


Runeberg-Denkmal



Trditionell finnischer Weihnachtbaumschmuck im Nationalmuseum


Kreuzung Esplanade-Kluuvi


Weihnachten in Finnland

Weihnachten ist das wichtigste Fest der Finnen und hat seine besonderen Kennzeichnen. In den einzelnen Familien wird an den Traditionen aufopfernd festgehalten, den größten Teil der Arbeit leisten natürlich die Frauen. Doch fangen wir bei der Vorweihnachtszeit an!

Die meisten Firmen und Arbeitsstellen veranstalten für ihre Mitarbeiter ein voll bezahltes Weihnachtsfest, meist in einem Restaurant oder manchmal in eigenen Räumlichkeiten. Die Bezeichnung dafür ist Pikkujoulu = Kleinweihnacht. Die Feier beginnt gegen 18-19 Uhr meist mit einer Rede des Chefs, daran anschließend eine Dankrede des Belegschaftsvertreters. Beim Eintreffen erhält jeder ein Glas finnischen Glühwein, Glögi, bereitet aus dem Saft schwarzer Johannisbeeren, Rotwein und Wodka mit Mandelsplittern und Rosinen. Viele der Ankömmlinge haben schon auf dem Wege zum Lokal etwas Stärkung genossen und sind schon in Festlaune.

Nächster Programmpunkt ist das Weihnachtsessen, traditionell gehören dazu als Vorspeise Hering und Krabben usw., als Hauptspeise im Ofen gebratener ganzer Schinken mit verschiedenen Aufläufen aus Kartoffeln, Möhren oder Steckrüben. An Stelle eines Salats gibt es Rosolli, das aus gekochten und gewürfelten Roten Beeten, Kartoffeln und Möhren, oft auch Salzgurken gemischt und mit Schlagsahne gereicht wird. Das Würzen des Rosolli ist Geheimnis jeder Hausfrau. Zum Nachtisch gibt es Kaffee mit Weihnachtstörtchen aus Blätterteig und Pflaumenmus und Pfefferkuchen.

Zwischen den Gängen und nach dem Essen werden Weihnachtlieder gesungen und alle geben sich kindlich weihnachtsselig. Zum Programm gehört auch oft ein Julklapp oder Sketsche der verschiedenen Teams. Am Schluss beginnt ein Tanzorchester zu spielen und von da ab ist die Tanzfläche der Mittelpunkt des Geschehens.

Martins- und Nikolaustage gehen in Finnland ohne besondere Feierlichkeiten vonstatten, wenn man davon absieht, dass der Nikolaustag (Niilo) Selbständigkeitstag und gesetzlicher Feiertag ist.

Die Finnlandschweden begehen mit großem Aufwand den Lucia-Tag am 13. Dezember. Jedes Jahr wird eine Lucia gewählt, die eine Kerzenkrone trägt und in einer Pferdekutsche fährt.

Das eigentliche Weihnachtsfest wird mit außergewöhnlicher Andacht begangen. Am 24. Dezember um 12 Uhr übertragen die Radio- und Fernsehsender die Verkündung des Weihnachtsfriedens vom Rathausplatz in Turku, der alten Hauptstadt. Der Text der Deklaration ist viele Jahrhunderte alt. Ab 14 Uhr stellen die öffentlichen Verkehrsbetriebe und Züge den Dienst ein, wer jetzt kein Auto hat, muss mit dem Taxi fahren oder bleiben, wo er ist! Die Busse und Bahnen verkehren regulär erst wieder am zweiten Weihnachtstag, dem Stephanstag.

Der Weihnachtsabend wird im engsten Familienkreis verbracht, zum Programm gehören zunächst Weihnachstsauna und Weihnachtsbrei aus Milchreis, indem eine ganze Mandel versteckt ist. Wer die Mandel bekommt, darf einen stillen Wunsch äußern. Mit Beginn der Dämmerung wächst die Spannung: wann kommt der Weihnachtsmann = Joulupukki? Viele Familien mieten sich einen Weihnachtsmann, der die Geschenke verteilt und mit den Kindern singt. (Finnische Weihnachtslieder wären ein eigenes Kapitel wert!)

Dann wird gegessen, Menu siehe oben. Der Schinken beherrscht das Weihnachtsessen, er wird oft die ganze vorige Nacht bei 120 Grad gebacken.

Die Weihnachtsmessen beginnen am Heiligen Abend gegen 16 Uhr, andere gegen Mitternacht. Zur ländlichen Tradition gehörte die Frühmesse am Weihnachtsmorgen, gegen 7 Uhr. Danach wurde auf der Heimfahrt ein Wettrennen der Pferdeschlitten veranstaltet: wer zuerst ankommt, hat im nächsten Jahr Ernteglück.

Verwandtenbesuche gehören zum Stephanstag, den ersten Weihnachtstag verbringt man im Familienkreis.

Mittelpunkt des Geschehens ist der Weihnachtbaum, meist eine Fichte, die heutzutage ähnlich wie in Deutschland (oder mehr amerikanisch, mit Flaggen usw.) geschmückt wird. Zum traditionellen Schmuck gehören Ziegenböcke aus Stroh und ein kunstvoll aus Stroh gebastelter Himmeli , der unter der Zimmerdecke hängt.

Beim finnischen Weihnachtsfest spürt man stärker als anderswo den Ursprung des Festes als heidnisches Sonnwendfest. Jesus und Maria und Josef kommen in der Weihnachts-Mythologie kaum vor, dagegen reichlich Trolle, Kobolde und Waldgeister. Den Vögeln wird auf dem Hof ein eigener Tisch bereitet aus Hafergarben.


Vom Weihnachtsmarkt in Tampere 2001


Kobolde dürfen bei finnischer Weihnacht nicht fehlen!

Himmeli - traditioneller Weihnachtsschmuck aus Roggenstroh!

 

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