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Ein Besuch im Nationalmuseum

Ein lustiger Bär war vorweihnachtlich geschmückt und bewachte den Eingang

Ein Gebäude vollgefüllt mit Überraschungen!

Der graugranitene Bau des Finnischen Nationalmuseums, an der Mannerheimstraße neben dem Parlamentsgebäude, ist selbst ein Ausstellungsstück. Seine Formen sind wohl das beste Beispiel für den Baustil der finnischen Nationalromantik vom Anfang des 20. Jahrhunderts, den ich gerne als finnischen Jugendstil bezeichnen würde.

Das Museum wurde nach gründlicher Renovation im Juli 2000 neu eröffnet. Gebaut wurde es zwischen 1905 und 1910 nach Plänen des berühmten Architektentrios Saarinen, Gesellius, Lindgren. Die Eröffnung fand am 30. Jamuar 1916, also ncoh unter russischer Herrschaft statt.

Auf den 3200 qm Ausstellungsflächen machen Sie sich mit der kompletten Zivilisationsgeschichte des finnischen Teils von Skandinavien bekannt, von den frühesten Steinäxten und Hühnengräbern über die Bronze- und Eisenzeit zur Christianisierung, Reformation, Industrialisierung und Kommerzialisierung bis in unsere Tage.

Für viele scheinen die lustigsten Räume diejenigen zu sein, deren Thema mit der eigenen Jugend verknüpft ist. Kaum einer der finnischen Besucher kann es sich verkneifen, in dem orignalgerecht ausgestatteten Klassenzimmer aus den 1970er Jahren Platz zu nehmen und einmal als Lehrer hinter dem Pult Platz zu nehmen oder die Vitrinen mit den Konsumgütern vergangener Jahrzehnte zu bestaunen: "Genau solche Sachen hatten wir auch zu Hause!" Rechts: typische Bettstatt aus der Nachkriegszeit, als die Leute beengt wohnten. Zwei solche "Hetekas" passten tagsüber ineinander.

 

Ausländische Besucher verblüffen erfahrungsgemäß am meisten die lebensecht ausstaffierten Figuren mit rekonstruierten Kleidern aus grauer Vorzeit. Schmuckstücke und Textilien entsprechen Grabfunden aus der Bronze und Eisenzeit um die Zeitenwende. So diese beiden Frauen aus verschiedenen Teilen des Landes - wer kann danach noch sein Voruteil aufrechterhalten, nach der die Finnen ein primitives Volk waren?

 

Frauentracht aus der Gegend von Mikkeli, rekonstruiert aus Grabfunden der Bronzezeit. Schmuck nach finnischen vorzeitlichen Motiven bieten die Läden Kalevan Koru in Bronze, Silber und Gold an.

Eine solche Robe trug Staatspräsidentin Tarja Halonen beim Empfang zum Selbständigkeitstag am 6.12.2001. Sie wollte damit zeigen, dass Finnland finnisch bleibt trotz Euro und EU.

 


 

 


Volkstrachten aus historischer Zeit

1809 wurde Finnland russisches Großfürstentum. Dieser Thron wurde von Alexander I. nach Porvoo verbracht. Die Gemälde der russischen Despoten und ihrer meist deutschstämmigen Gemahlinnen zieren den Thronsaal im Museum.

Der Kampf für die eigenständige Gesetzlichkeit gegen den Russifizierungsversuchen der letzten Zaren symbolisiert dieses Gemälde von 1899. Die finnische Maid rettet das Gesetzbuch aus den Klauen des russischen Doppeladlers!

 

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