Die Staatsoberhäupter in Finnlands Geschichte

Schneeland Finnland Homepage
Literatur und bildende Kunst
Finnischer Film
Klassische Musik
Reiseandenken und Kunsthandwerk
Alles über Finnlands Flagge

  Zur Startseite

Vorgeschichte

Die mythische Gestalt aus dem Kaleva-Epos: Väinämöinen, der zaubermächtige Sänger

Zu Beginn der aktuellen Zwischeneiszeit vor 10000 Jahren besiedelten die steinzeitlichen Jäger und Sammler bald ganz Nordeuropa. An manchen schwer zugänglichen Felsabhängen haben sich mit rotem Ocker gemalte magische Zeichnungen aus dieser Periode erhalten. Höchst wahrscheinlich sprachen sie Sprachen, die Vorgänger der heutigen finnisch-ugrischen Sprachgruppe sind. Anbau von Nutzpflanzen ist in Sedimenten nachgewiesen, die Jahrtausende alt sind.


 

Links zu finnischer Steinzeitkunst



Eroberung Finnlands durch Schweden

Der aus England stammende Bischof von Upsala, Henrik, und der schwedische König Erik IX (der Heilige) unternahmen im Sommer 1155 den ersten sogenannten Kreuzzug nach Finnland. Henrik wurde der erste finnische Bischof. Allerdings war das Christentum schon seit dem 10. Jahrhundert, zusammen mit den Wikingern, in die finnischen Küstenregionen gedrungen. Am 20. Januar 1156 erschlägt der Bauer Lalli Henrik auf dem Eise des Köyliö-Sees bei Pori. Henriks Grab ist in der Grabkirche zu Nousiainen.

1248: Kreuzzug des Birger Jarl (alte Form für Herzog) verankert Finnland als schwedische Kolonie.



Schwedische Herrschaft über Finnland

1523-1560 Gustav I VASA

König Gustav Vasa verbietet als erstes den Finnen, mit Tallinn, Riga und Danzig direkt Handel zu treiben statt über Stockholm. 1527 beginnt die Reformation, und die Kirchenschätze werden vom schwedischen Staat konfisziert, was die zivilisatorische Entwicklung Finnlands hemmt. Gustav verdoppelt die Steuern und annektiert alle unbewohnten Ländereien, im Namen Gottes versteht sich! 1543 erscheint das erste finnischsprachige Buch, die Fibel des späteren Bischofs Michael Agricola, eines Luther-Schülers.

1550 wird auf könglichen Befehl an der Mündung der Vantaa Helsingfors (Helsinki) gegründet. Das Dorf gedeiht nicht recht, 1640 wird es weiter südlich an die Stelle verlagert, wo heute der Marktplatz liegt.



1560-1568 Erik XIV

Der Halbbruder des Königs, Herzog Johann, hielt sich viel in Finnland auf und versuchte, gegen Russland eine Allianz zwischen Polen, Livland und Finnland aufzubauen. Erik vereitelte dies, ließ den Bruder in Turku gefangen nehmen und nach Schweden bringen. 1568 rebellierte der Adel unter Führung von Johann und setzte den selbstherrlichen König ab. In der Burg von Turku wurde er eine Zeit lang gefangen gehalten.



1568-1592 Johan III

1570 - 1595 Krieg gegen Russland. 1572 amtliche Schulordnung: 4 Klassen mit Religion und Latein als wichtigsten Fächern



1592-1599 Sigismund

1596 - 97 Bauernaufstand (Krieg der Keulen). Danach Machtkampf zwischen den Anhängern König Sigismunds von Polen und Herzog Karl. Der königstreue Reichsverweser und Admiral Klaus Fleming wird vergiftet, die Truppen Karls belagern die Burg von Turku. 1599 lässt Karl viele königstreue finnische Adlige und Offiziere hinrichten.

Klaus Fleming, Marschall von Finnland, regierte mit eiserner Faust und machte sich viel Feind, wenig Ehr'.



1599-1611 Karl IX

Die Krone siedelt Finnen am Eismeerstrand an und gibt ihnen 6 Jahre Steuerfreiheit. Eine finnische Streitmacht unter Jaakko de la Gardie erobert für kurze Zeit Moskau (1610).



1611-1632 Gustav II ADOLF - der Winterkönig, fiel in der Schlacht bei Lützen

1617 im Frieden von Stolbowa wird Ostkarelien an Finnland angegliedert. Im 30jährigen Krieg kämpfen die finnischen Truppen und verbreiten Angst und Schrecken in Deutschland, wo sie als Hakapeliten bezeichnet werden, nach ihrem Schlachtruf "Hakkaa päälle- Haut drauf!"



1632-1654 Christine - wurde katholisch und dankte ab

1637 wird Graf Peter Brahe Generalgouvernör von Finnland. Er packt viele Probleme an, manche Stadtrechte gehen auf seine Amtszeit zurück. Die Poststraßen werden ausgebaut. Die erste Bibel in finnischer Sprache wird gedruckt. 1640 Gründung der Universität Turku. Finnlands "Schwarzes Gold" - Holzteer, wird zum Exportschlager, denn ohne Teerdichtung laufen die Schiffe leck. 1550 Gründung von Helsinki.



1654-1660 Karl X GUSTAV

Wieder Krieg mit Russland



1660-1697 Karl XI

Hunderte von finnischen Familien werden an die von Dänemark eroberte Südspitze von Schweden umgesiedelt. 1695-97 Bei der großen Hungersnot kommt ein Drittel der finnischen Bevölkerung (ca. 400 Tausend) um.

Von Schweden her breitet sich die Hexenhysterie auf die finnische Küstenregion aus, doch das Binnenland mit seiner finnischsprachigen Bevölkerung erweist sich immun gegen christlichen Extremismus.

In ganz Schweden wird das Rottensystem eingeführt: 2 - 4 Bauernhöfe bilden eine Rotte und haben einen Soldaten zu behausen und zu verpflegen, der zu Friedenszeiten als Knecht dient.

1681 erlässt der König, dass die Bauern auf den Landgütern der Krone im Baltikum frei sein sollen von Sklaverei und Leibeigenschaft. Karl beruft sich auf die Bibel, wonach alle Menschen gleich geboren sind (!!) Die deutschen Gutsbesitzer bekämpfen den Erlass und begründen ihre Ansprüche mit ökonomischen und historischen Argumenten. Karl XI gelingt es, die Wirtschaft des Reiches auf eine gesündere Basis zu stellen.



1697-1718 Karl XII - der Kriegerkönig, setzte seinem Widerpart Peter von Russland arg zu. Karl war berühmt für sein Draufgängertum, eigenhändig erlegte er Bären mit dem Speer!

1700-21 Großer Nordischer Krieg. Bei Narva flieht Russlands Peter I vor den mit Karl XII an der Spitze anrückenden schwedischen Reitern, doch Jahre später besiegt er sie bei Poltawa. Die russische Armee besetzt 1714-21 ganz Finnland. Im Friedensvertrag tritt Schweden Wiborg an Russland ab.



1719-1720 Ulrika ELEONORA - die Schwester des kinderlosen Karls XII bestieg den Thron, musste aber auf die Selbstherrschaft verzichten. Sie trat bald ihre Krone ihrem Gatten, dem aus Hessen stammenden Friedrich, ab.



1720-1751 Fredrik I

1720: Finnland hat eine Bevölkerung von 306 000. Gegen die Mitte des Jahrhunderts wächst diese auf 400 000 (gesicherte Statistik aus Kirchenbüchern) und steigt in den nächsten 60 Jahren auf knapp eine Million. - Berühmtester Finne war Daniel Cajanus aus Paltamo (1703-49). Seine Größe von 2,47 m brachte ihm auf seinen Vorzeigereisen durch Europa ein Vermögen ein.

Graf Arvid Horn, geb. 1664 in Finnland, bestimmt nach dem Ende des Nordischen Krieges während zweier Jahrzente die schwedische Politik. 1734 wird im neuen "Recht des schwedischen Reiches" das juristische System vereinheitlicht und vereinfacht. Manche Bestimmungen dieses Kodex' sind in Finnland noch heute gültig. Nach dem Scheitern der absolutistischen Demokratie ist der König weitgehend entmachtet, die Stände regieren. In Finnland waren rund die Hälfte der Männer wahlberechtigt, doch gegen Ende des Jahrhunderts wuchs die Zahl der Ständelosen stetig. Die Löhne der Knechte und Mägde wird von oben festgesetzt. Höfe dürfen nur eine bestimmte Zahl von Lohnarbeitern halten, wer keine Anstellung findet, wird zu Zwangsarbeiten herangezogen. Auch die eigenen Kinder dürfen Hofbesitzer nur begrenzt beschäftigen. Diese Begrenzungen werden aber allmählich gelockert.

Im Krieg 1741-43 hatte Schweden die ostfinnischen Städte und Provinzen östlich des Kymi an Russland abtreten müssen. Um die Verteidigung zu stärken, wurde mit der Befestigung des Hafens von Helsinki begonnen. Ab 1749 entstand hier auf den vorgelagerten Inseln die größte Seefestung der Welt: Sveaborg - Viapori. Frankreich finanzierte den Bau, Graf Ehrensvärd organisierte ihn. Damit began der Aufstieg Helsinkis zur wichtigsten Stadt Finnlands.

Link: Geschichte von Viapori


1751-1771 Adolf FREDRIK

Zwei inoffizielle Parteien bilden sich, die "Hüte" und die "Mützen" mit ihren politischen Klubs. Die Hüte, so genannt wegen ihrer Dreispitze, waren Merkantilisten und pro-französisch, die Mützen mehr liberal und pro-russisch bzw. pro-preussisch. In Finnland beginnt der lange Kampf zugunsten der finnischen Sprache und ihrer Stellung als Behördensprache gegen den Druck der Gleichmacherei und Verschwedischung.

Im 7-jährigen Krieg versucht Schweden, seine Besitzungen in Pommern auszuweiten, doch gegen Preussen können die schlecht ausgerüsteten Truppen nicht an. Dafür lernen sie den Kartoffelanbau - und wie man Kartoffeln am besten gebraucht. Durch die Kartoffel verbesert sich die Versorgungslage der Finnen rasch.



1771-1792 Gustav III - bereiste Finnland mehr als seine Vorgänger und setzte sich nachdrücklich für die Entwicklung Finnlands ein. Er wurde beim Opernball ermordet.

1776 Währungsreform: seit dem Mittelalter war folgendes System in Kraft: 1 Mark = 8 Öre = 192 Pfennige. Anfang des 18. Jh. kam Papiergeld in Mode. Gustav III führte den Reichstaler ein (= 48 Schillinge = 576 Rundstücke) mit Silberdeckung. Der Kaffee wird auch im schwedischen Reich bekannt und oft gesetzlich verboten. Heute sind Finnen und Schweden die eifrigsten Kaffeetrinker der Welt. Branntwein wird gegen Ende des 18. Jahrhunderts reichlich konsumiert: 15 Liter reiner Alkohol pro erwachsener Mann!

1788 versucht Gustav III, Russland zum Rückzug aus den finnischen Gebieten zu zwingen, doch die Seeschlacht bei Suursaari endet unentschieden und die finnischen Offiziere drängen auf Frieden. Nach dem glänzenden Sieg der schwedischen Marine 1990 vor Kotka wird Friede geschlossen, die Grenze bleibt unverändert. Durch die Kriegshandlungen und Epidemien sterben rund 50 000 Menschen. Die Unzufriedenheit mit dem schwedischen Regime wächst im Lande.



1792-1809 Gustav IV ADOLF - fürchtete Napoleon und verspielte Finnland

Johan Gadolin: 1797 Professor an der Uni Turku, war einer der bekanntesten Naturforscher seiner Zeit. Das Element 64 Gd wurde zu seinen Ehren Gadolinium benannt.

Henrik Gabriel Porthan (1739-1804): Professor für Latein und Römische Literatur an der Uni Turku. Er wirkte auf allen Gebieten der Sprachwissenschaften und legte den Grundstein zur wissenschaftlichen Erforschung von finnischer Folklore und Sprache.

Weil Schweden sich weigerte, der von Napoleon verhängten Kontinetalsperre beizutreten, wurde Russlands Alexander I von Frankreich praktisch gezwungen, seine Verpflichtungen aus dem Vertrag von Tilsit zu erfüllen und Schweden anzugreifen. Die von den Nachschublinien im Winter 1808 abgeschnittenen finnischen Truppen zogen sich anfangs bis nach Oulu zurück, konnten danach aber zahlreiche Siege verzeichnen. Schließlich wurde die Lage unhaltbar, nachdem die Festung Viapori sich ergeben hatte. Die letzten schwedisch-königlichen Truppen verließen den Boden Finnlands am 13. Dezember 1808.



Großherzogtum Finnland

1809-1825 Alexander I - der erste russische Großherzog von Finnland

Alexander I machte sich die Kriegsmüdigkeit der Finnen und die allgemeine Unzufriedenheit geschickt zu Nutze und erließ schon während des Feldzuges 1808, dass Finnland kein Teil Russlands wurde, sondern seine Angelegenheiten direkt vom Zaren geregelt wurden. Er ernannte den früheren Vertrauten Gustav III, Sprengtporten, zum ersten Generalgouvernör von Finnland. (Von 1810 bis 1823 hatte der Baltendeutsche Fabian Steinheil diesen Posten inne und regierte erfolgreich und zu aller Zufriedenheit). Anders als bei früheren russischen Besatzungen blieb diesmal die Beamtenschaft und die gebildete Schicht im Lande, statt nach Schweden zu fliehen.

Der neue Großfürst von Finnland berief die Stände zum Landtag nach Porvoo, der am 28. März 1909 eröffent wurde. Alexander I versprach, die staatliche Ordnung Finnlands und die bisherigen Rechte der Stände unangetastet zu lassen. Finnland durfte fortan seine Steuereinkünfte selbst verwalten. Russische Staatsangehörige hatten in Finnland keine Bürgerrechte und zu Russland bestand eine Zollgrenze. Die finnische Armee wurde aufgelöst. Am 17. September 1809 wurde zwischen Schweden und Russland der Friede von Hamina unterzeichnet. Schweden verlor Finnland und Åland, insgesamt ein Drittel seines Territoriums. 1812 wurdeen die Gebiete östlich des Kymi mit Finnland wiedervereinigt sowie die Hauptstadt des Landes von Turku nach Helsinki verlegt.

In der neuen Hauptstadt begann rasch eine rege Bautätigkeit. Der Kaiser ernannte den aus Berlin gebürtigen Architekten Carl Ludwig Engel (1778-1840) zum Chefarchitekten erst von Helsinki, später ganz Finnlands. Engel entwarf im Petersburger klassizistischen Stil praktisch alle öffentlichen Bauten dieser Periode, als berühmtesten den Senatsplatz mit dem Staatsratspalast, der Universität und dem Dom von Helsinki.



Nikolai I



Elias Lönnrot (1802 - 1884)

Der Arzt und Sprachwissenschaftler Elias Lönnrot ist die wichtigste Gestalt Finnlands im 19. Jahrhundert. Neben seiner Muttersprache Finnisch eignete sich der Sohn eines armen Schneiders aus Sammatti in Südfinnland rasch Schwedisch und Latein perfekt an und beherrschte neben Griechisch, Hebräisch und Deutsch auch die Sprachen der ugrisch- finnischen Familie wie Estnisch, Samisch und Samojedisch.

Aus der Feder Lönnrots flossen Hunderte von Artikeln und Büchern. Als Ergebnis seiner Folkloreforschungen, die er während ausgedehnter Wanderungen durch Finnland und Nordrussland betrieb, veröffentlichte er die Kalevala- und Kantelatar- Sammlungen. Gegenstand seiner Dissertation als Mediziner war die finnische Volksmedizin. Seine Pflanzenkunde gab vielen Gewächsen erst ihre heute gebräuchlichen finnischen Namen, ebenso legte er den Grundstein der finnischen Terminologie auf anderen Gebieten wie Jura, Anatomie, Politik uvm. Er gründete 1825 die erste finnischsprachige Zeitschrift "Die Biene" und kämpfte zeit seines Lebens gegen Alkoholmissbrauch und für gesunde Lebensführung. Professor für Finnische Literatur an der Uni Helsinki von 1853 - 62. Nach seinem Abschied kehrte er ins heimatliche Sammatti zurück und gab u.a. ein Finnisch-Schwedisches Wörterbuch und eine Sprichwortsammlung heraus. Außerdem ordnete er das finnische Gesangbuch neu. Aus seiner Ehe mit Maria Piponius gingen 10 Kinder hervor.



Alexander II - schaffte die Leibeigenschaft in Russland ab, wurde von Terroristen ermordet



Alexander III - verbrachte die meisten Sommerferien in Finnland



Nikolai II - der letzte der Zaren



Republik Finnland

1919-1925 Kaarlo Juho Ståhlberg (1865-1952), Finnlands erster Staatspräsident



1925-1931 Lauri Kristian RELANDER (1883-1942)



1931-1937 Pehr Evind SVINHUFVUD (1861-1944)



1937-1940 Kyösti KALLIO (1873-1940)



1940-1944 Risto Heikki RYTI (1889-1956)



1944-1946 Carl Gustav Emil MANNERHEIM (1867-1951)



1946 - 1956 Juho Kusti PAASIKIVI (1870-1956)



1956 - 1982 Urho Kaleva KEKKONEN (1900-1986)



1982 - 1994 Mauno Henrik KOIVISTO (1923-)



1994 - 2000 Martti Oiva Kalevi AHTISAARI (1937-)



2000 - 2012 Tarja Kaarina HALONEN (1943-)



2012 - Sauli Väinämö NIINISTÖ (1948-)



 

Copyright © 2001-2017 Heinrich Pesch