Essen und Trinken

Wie schmeckt Finnland?
Typisch finnische Küche?
Finnische Mahlzeiten
Nicht nur Fleischliches
Aus finnischen Landen...
Spezialitäten
Die Festtafel
Bier und Wein...
Weinland Finnland?
Rezept des Monats
Preisbeispiele
Kaffee und Cafés
Essen für echte Kerls
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Wie schmeckt Finnland?

Nach der Milchschokolade von Fazer, nach Salmiak, nach deftigem Roggenbrot, nach Eiskrem, nach frischer Milch, nach Beerenlikör, nach kühlem Bier, nach frischgegrilltem Lachs, nach luftgetrocknetem Rentierfleisch und vielen anderen Köstlichkeiten!

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Walderdbeere

Restaurants in Helsinki

Von hier gelangen Sie zu den einzelnen Restaurants und können einen Blick in die Speisekarte werfen!

Typisch Finnisch?

Die letzten zwei Jahrzente haben besonders auf diesem Gebiet des finnischen Alltags die meisten Veränderungen gesehen. Als Nokia noch allein für seine Autoreifen und Gummistiefel bekannt war, beherrschte das Wort "Baari" das Straßenbild. Die finnische Baari, obwohl abgeleitet von "Bar", war alles andere als ein Domizil für Zecher. Meistens wurde hier Kaffee getrunken, der in großen gläsernen Kannen auf Wärmeplatten stand und Stunde um Stunde ungenießbarer wurde. Dazu konnte man belegte Brote, Brötchen und Piroggen verzehren. Wer nichts essen wollte, konnte oft auch kein Bier bekommen. Man erzählt sich, dass damals ein gekochtes Ei oft die Alibi-Funktion der obligaten Speise übernahm. Oft soll ein und das selbe Ei mehrmals zwischen Gästen und Theke zirkuliert sein, um den Kunden das Recht auf ein kühles Bier zu sichern.

Solche Baaris sind heute, da Nokia und ganz Finnland für High-Tech stehen, eine Seltenheit geworden. Statt dessen haben Pizzen, Kebabs, Tex-Mex und Asiaten die finnische Gastronomie gründlich umgekrempelt. An den Kassen der Supermärkte jedoch begegnet man hin und wieder noch dem finnischen Normalverbraucher, der aus dem Einkaufskorb die gewohnten Siebensachen auf das Förderband legt: eine Packung Nortti-Zigaretten, die Tagesration an Bierflaschen, einen Liter Vollmilch (kenntlich an der roten Packung), einen Laib Roggenbrot, stark gesalzene Butter und ein Paket Fleischwurst, mit Vorliebe mit blauem Etikett. Dieser "Blaue Kringel" der Firma HK ist ein Relikt vom Finnland der Aufbau-Jahre. Die Wurst wird entweder kalt auf Brot, im Ofen gebacken oder über dem offenen Feuer gegrillt verzehrt und enthält bösen Gerüchten zufolge mehr Mehl als Fleisch, auf jeden Fall eine Menge Fett und Salz.

Am einfachsten lernen Sie das finnische Alltagsessen kennen, indem Sie während Ihres Helsinki-Aufenthalts einen Abstecher ins Martta-Restaurant machen (Adresse Uudenmaankatu 24, im preiswerten Martta-Hotel). Werktags von 11 bis 14.30 wird dort Mittagsessen nach ziemlich traditionellen finnischen Hausfrau-Rezepten serviert, bei Preisen um 7 Euro. Die landesweit aktive Martta-Vereinigung, die Hotel und Restaurant unterhält, hilft finnischen Hausfrauen und -männern bei der Bewältigung des Alltags und vermittelt erprobte Haushaltsweisheiten, im Internet leider nur auf Finnisch.

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Finnische Mahlzeiten

Bei Reisen durch das Land lohnt es sich, seine Route "dem Gaumen gemäß" zu planen, wenn man nicht mit Pizzen, Fast Food und Wiener Schnitzeln vorlieb nehmen will. Wer gern "schottisch" (McDonald's, Carrols, Hesburger) isst, hat keine Probleme, asiatische und türkische Gaststuben findet man an jedem größeren Ort, doch gute finnische Restaurants sind heutzutage dünn gesät. Am einfachsten lernt man finnische Küche in größeren Hotels kennen.

Angefangen vom Frühstücksbuffet, zu dem meistens Haferbrei, Müsli, Yoghurt, gekochte Eier, Rührei, Käse und Aufschnitt, Tomaten, Gurken sowie Karelische Piroggen nebst lokaler Spezialitäten gehören, zum Mittags- oder Abendbuffet, das traditionell kalte und warme Speisen en masse bereit hält: dem um die Linie besorgten Gast wird es nicht leicht gemacht, bzw. es ist leicht, alle guten Vorsätze über den Haufen zu werfen! Das finnische Gaststättengewerbe ist nämlich stark von Rationalisierung geprägt, und Selbstbedienung ist immer noch der billigste Service, auch wenn der Gast sich mehr auf den Teller wuchtet als sein Magen verträgt.

Am Buffet beginnt man mit Hering in verschiedenen Einlagen, Krabben und kaltem Lachs, dazu italienischer und russischer Salat, Tomaten und Gurken, geht dann zu den warmen Speisen über, zu denen meistens neben Schwein und Rind auch Hähnchen und ein Fischgericht gehören. Als Dessert sind Eiscreme, rote Grütze aus Preiselbeeren und Torten beliebt.

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Nicht nur Fleischliches


Eine rühmenswerte Besonderheit der modernen finnischen Gastronomie ist, dass die Verwendung von Fett und Salz spürbar nachgelassen hat und auch Vegetarier sowie andere Dietköstler gut berücksichtigt werden. Vergleichsweise haben solche Gäste es in Finnland leichter als im fleischseligen deutschsprachigen Europa, auf den Speisekarten passende Gerichte zu finden!

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Aus finnischen Landen...

Die finnische Küche ist stark geprägt von den einheimischen Naturprodukten wie Süßwasserfischen, Beeren und Pilzen. Sowohl Pfifferlinge als auch Steinpilze und andere Köstlichkeiten wachsen ja an jeder Ecke, davon wird höchstens ein Bruchteil geerntet, der Rest, über 90 Prozent, vermodert jedes Jahr, ebenso steht es bei Heidel- Preisel- Moos- und Multebeeren. Die finnische Landwirtschaft liefert ausgezeichnete Kartoffeln (die schmackhaftesten kommen aus Lappland) und Schweine- und Rindfleischzüchter befriedigen den Bedarf nahezu völlig, wenngleich die besten Steaks aus Argentinien importiert werden. Finnisches Brot ist kräftig im Geschmack, Roggenbrot, mit Sauerteig angesetzt, ist besonders zu empfehlen, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Besonders die ostfinnische Küche versteht es, Kartoffeln, Roggen, Hafer und Gerste sowie Karotten, Steckrüben und Milchprodukte zu einer Vielzahl von interessanten Speisen zu kombinieren. Selbstgemachte Ofenaufläufe aus Mohrrüben, Steckrüben oder Kartoffeln sind traditioneller Bestandteil des Weihnachtsessens, doch Aufläufe mit Nudeln und Hackfleisch oder Kartoffeln mit Hering gehören zur Auswahl jedes Lebensmittelhändlers zu jeder Jahreszeit, wenn sie auch oft von den buntfarbigen Paketen mit Fertigpizzen und aufwärmbaren Exoten in den Hintergrund gedrängt werden. Konserven finden Sie dagegen in Finnland vergleichsweise selten, mit Ausnahme solcher, die Erbsensuppe enthalten.

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Kalakukko

Finnische Spezialitäten

Die bekanntesten finnischen Alltagsgerichte sind wohl die karelischen Piroggen und Fleischtöpfe. Zum letzteren gehören fettbelassene Gulaschwürfel von Schwein und Rind und Möhren mit Steckrüben, gewürzt wird mit Pfefferkörnern und Salz. Die Herstellung der Piroggen beginnt mit dem Kochen von Milchreis. Während er gart, wird feines Roggenmehl mit Weizenmehl 1:1 gemischt und mit möglichst wenig Wasser zu einem Teig geknetet. Davon werden möglichst spielkartendünne und gleichmäßig ovale Scheiben ausgewalzt. Eine Pastawalze ist ein gutes Hilfsmittel dabei. Ein gehäufter Esslöffel Reisbrei in die Mitte der Teigplatte, zusammendrücken und den Teigrand zur Mitte hin falten. Bei 200 Grad backen. Diese Piroggen werden traditionell mit einer Mischung aus Butter und hartgekochtem Ei genossen, doch schmecken sie auch gut mit Aufschnitt belegt.

Aus dem Westen des Landes stammt eine Dessertspeise, die in den Läden von Ende Januar bis Ostern angeboten wird: Mämmi oder auf Schwedisch "Memma". Es handelt sich also um eine Fastenspeise, und man kann sie ohne Einschränkung auch Übergewichtigen empfehlen, denn sie enthält kein Gramm Fett, dagegen viel Roggenmehl. Mämmi ist mit Sirup gesüßt und wird mit Pomeranzenschale gewürzt. Die Herstellung von Mämmi ist umständlich und langwierig, und alle Rezepte beginnen: Man nehme 10 Liter Wasser... Wenn Sie in der Osterzeit nach Finnland kommen, sollten Sie Mämmi nicht unprobiert lassen!

Traditionell wird in Finnland jeden Donnerstag Erbsensuppe gegessen. Dieses Erbe aus schwedischer Zeit ist in der letzten Zeit etwas ins Hintertreffen geraten, doch eine schöne Sitte. Als Nachtisch wird dazu Pfannkuchen angeboten, in zwei Varianten. Doch erst zur Erbsensuppe!

Finnische Erbsensuppe ist auch als Fertiggericht in Konserven erhältlich, doch am besten schmeckt sie selbstgemacht. Dazu lässt man ein halbes Kilo Erbsen über Nacht in Wasser weichen und erhitzt am Morgen den Topf zum Kochen. 4 Liter sollte er schon fassen. Nur Salz zufügen und gären lassen, je länger desto besser. Im Dampftopf geht's schneller. Wenn die Erbsen weich sind, nach Geschmack kleingewürfelte Möhren, in Öl erhitzte Zwiebelstückchen, Speckwürfel oder Reste vom Grillhähnchen zugeben, noch etwas garen und mit Senf und Sahne abschmecken.

Die Pfannkuchen dazu gibt's dünn in der Pfanne gebraten oder dick im Ofen gebacken. Die dünnen gelingen Ihnen aus zwei Eiern, 150 g Weizenmehl, 1/4 Liter Milch/Wasser 1:1 (genügend Flüssigkeit, dass der Teig gut in der Pfanne verläuft). In zerlassener Butter braten und mit Erdbeer- oder Himbeermarmelade servieren. Die dicken schwedischen Pfannkuchen werden aus 4 Eiern, 1 Liter Milch, 1/4 Liter Sahne und 250 g Weizenmehl gerührt und bei 175 Grad auf tiefem Ofenblech gebacken, etwa 30 Minuten. Beim Teigrühren möglichst wenig Luft einarbeiten. Die Pfannkuchenplatte wird in passende Stücke geschnitten und mit Marmelade noch warm verzehrt.

Zur Karnevalszeit werden statt Pfannkuchen spezielle Hefeballen gebacken, laskiaispulla, nennen wir sie Karnevalsballen. Zum Hefeteig werden 50 g frische Hefe in 1/4 Liter lauwarmer Milch verrührt, 100 g Zucker, 1 Ei 1 Teelöffel gemahlenen Kardamon und soviel Weizenmehl, dass der Teig sich vom Schüsselrand löst. Noch 100 g zerlassen Butter einrühren und zugedeckt an warmem Ort gehen lassen. Ofen vorheizen auf 200 Grad. Vom Teig Ballen formen und auf dem Blech zugedeckt gehen lassen. Mit verquirltem Ei in Milch bestreichen und mit gehackten Mandeln bestreuen. Goldbraun backen und abkühlen lassen. Von jedem Ballen das obere Drittel mit scharfem Messer abtrennen, das Innere etwas aushöhlen und je nach Vorliebe mit Marzipanmasse oder Himbeermarmelade füllen, tüchtig frischgeschlagene Sahne darauf, mit dem abgeschnittenen Deckel zudecken und mit Puderzucker bestäuben. Zur schwedischen Tradition gehört das Karnevalsdienstag-Menü: Erbsensuppe, Hefeballen und als Getränk Punsch. Skål!

Herr Ober, warum ist Sand in meiner Pilzsuppe?

Neulich las in Tripadvisor den aufgebrachten Kommentar eines Touristen, dem die Pilzsuppe nicht geschmeckt hatte. Sie enthielt nämlich Sand! Natürlich bin ich nicht dabei gewesen, aber ich glaube, es handelte sich um "Korvasienikeitto". Diese ist eine Delikatesse, die es anderswo nicht gibt. Sie wird aus Gyromitra esculenta, deutsch Frühjahrs-Giftlorchel gekocht. Der Verkauf dieses seltenen Pilzes ist außerhalb Finnlands verboten. Die Finnen wissen, dass man diesen tödlich giftigen Pilz mehrmals kochen muss, zwischendurch jedesmal das Wasser wechseln und die Küche gut lüften muss, dann ist er harmlos und schmeckt vorzüglich. Aber ohne Sand kann man diesen Pilz kaum zubereiten, auch wenn man ihn noch so gründlich schrubbt.

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Die Festtafel

Neben der Weihnachtstafel, deren Hauptbestandteil ein ganzer gebratener Schinken ist, ist einer der Höhepunkte finnischer Gastlichkeit das Krebsessen an Augustabenden, bei Kerzenlicht. Frische einheimische Flusskrebse sind heute ein Luxus, den sich nur wenige leisten wollen und können, statt dessen verwendet man häufiger importierte, tiefgefrorene Krebse, die mit frischem gehackten Dill auf gebuttertem Toast zu Weißwein und Klarem verzehrt werden.

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Nicht von Brot allein, doch auch von Bier und Wein...

Bier hat man in Finnland schon vor Jahrtausenden gebraut, davon legt das Nationalepos Kalevala Zeugnis ab. Finnisches Urbier, Sahti, wird in einigen Orten wieder zubereitet. Doch modernes finnisches Bier kommt aus einigen Großbrauereien, deren älteste schon 1819 gegründet wurde. Im Geschmack ähneln diese Massenbiere den deutschen Lagerbieren. An verschiedenen Orten haben sich in den letzten Jahren auch kleine Spezialbrauereien etabliert, die ihre Erzeugnisse an Ort und Stelle ausschenken. Das meist verkaufte Bier ist Lapin Kulta (Gold aus Lappland) mit knapp 30 Prozent Marktanteil. Biere werden nach ihrem Alkoholgehalt in drei Gruppen unterteilt: Nummer I mit unter 2,85 Vol%, ist billig und frei verkäuflich, wird aber wenig getrunken, Nummer III, sogenanntes Mittelbier, hat 2,8 bis 4,7 Vol%, ist jedoch als Alkoholgetränk besteuert und darf eigentlich an Jugendliche nicht abgegeben werden. Deshalb ist es bei ihnen sehr begehrt. Starkbiere der Klasse IV (4,7 - 5,8 Vol%) waren früher einmal Marktführer, doch werden sie heute weniger als Mittelbier getrunken. Aus den Zapfhähnen der Gaststätten kommt generell Mittelbier, Starkbiere werden flaschenweise ausgeschenkt. In den Läden des staatlichen Monopols Alko sind auch viele ausländische Spezialbiere erhältlich. Vielen Finnen schmeckt seit einigen Jahren Cider besser als Bier, und oft sieht man neben Bierhähnen Ciderhähne. Neben Äpfelwein-Cider findet man auch Produkte, die aus Birnensaft vergoren sind.

Finnland gehört naturgemäß in die Schnapszone, finnische Wodkas, allen voran das Flaggschiff Finlandia Vodka, sind erstklassig, doch der Finne bevorzugt den 38 prozentigen Koskenkorva, kossu. Die Halbliterflasche Koskenkorva ist so etwas wie eine Zweitwährung, eine Ikone des finnischen Alltags. Zur Zeit hat sich eine Volksbewegung gebildet, die verhindern will, dass das Parlament dem Verkauf der staatlichen Branntweinfabrik zustimmt. Kossu muss finnisch bleiben!

Auch für die Finnen überraschend ist diese Statistik: In Finnland wird pro Kopf der Bevölkerung mehr Konjak bzw. Cognac (für die Suchmaschinen) getrunken als sonst in der Welt, nur Singapore trinkt noch mehr vom Edelschnaps aus Frankreich!

Zwischen Wein und Branntwein ist im Finnischen nur ein winziger Unterschied, der erstere heißt viini, der letztere viina. Trotzdem liegen dazwischen Welten. Noch vor einigen Jahrzehnten war Wein reines Frauengetränk und die Auswahl klein. Man musste sich entscheiden zwischen Moselwein, Liebfraumilch oder ungarischem bei den Weißen und algerischem oder bulgarischem bei den Roten. Heute ist das Sortiment von Alko überwältigend vielfältig, Weine aus allen Anbaugebieten der Erde sind vorrätig. Allerdings sind deutsche und österreichische Weine nur mit einigen Marken vertreten. Die Flasche vom Billigsten kostet etwa 5 Euro, ab 10 Euro ist die Qualität gut. Die Läden von Alko sind abends mindestens bis 18 Uhr geöffnet, auch Samstags bis 16 Uhr. An den Regalen sind neben Zuckergehalt auch knappe Hinweise zum Geschmack vermerkt und Symbole weisen darauf hin, für welche Speisen der Wein am besten passt Bei Spitzenweinen ist es durchaus üblich, dass im finnischen Alko die Flasche weniger kostet als in Weinhandlungen anderer Länder, denn Alko kalkuliert rein über den Einkaufspreis und ist Großkunde.

Besuchern von außerhalb Skandinaviens, die daran gewöhnt sind, alkoholische Getränke in Lebensmittelgeschäften und -kiosken zu kaufen, scheint die vergleichsweise strikte Alkoholpolitik Finnlands übertrieben. Andererseits bestehen vom Alkoholkonsum der Finnen unrealistische Vorstellungen. Statistisch ist in Finnland immer weniger getrunken worden als in Deutschland. Mit dem Verzehr von Alkohol verbindet sich in der finnischen Mentalität jedoch die Erlaubnis, die Selbstkontrolle auf Null zu stellen. "Ich war ja nicht zurechnungsfähig, schließlich hatte ich getrunken!" lautet die gesellschaftlich lizenzierte Erlaubnis zum Ausflippen auch nach ein paar Flaschen Bier. Damit lindert der Finne den psychologischen Druck, den das Alltagsleben sonst ausübt. Fremde Menschen ansprechen, Gefühle zeigen - nicht erlaubt, außer man hat einen sitzen.

Dank der liberalen Ladenschlusspolitik (abends bis 20 oder 21 Uhr) ist es heutzutage leichter, eine Flasche Geistiges in finnischen Städten zu kaufen als in Deutschland. Zur Zeit (2002) wird erwogen, den Alko-Läden an Flugplätzen und in Turistenzentren den Verkauf an Sonntagen zu erlauben.

Im September 2003 beschloss die Regierung, die Alkoholsteuer seitens Spirituosen drastisch zu senken. Wenn Sie also ab Sommer 2004 nach Finnland reisen, lohnt es sich kaum noch, Schnaps von daheim mitzunehmen! Zweck der Steuersenkung ist es, der EU-Mitgliedschafts Estlands vorzubeugen, die ja am 1. Mai 2004 in Kraft tritt.

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Weinland Finnland?

Man kann also feststellen, dass das finnische Weinangebot heute kaum zu wünschen übrig lässt. Neben importiertem Rebensaft gibt es sogar auch Weine eigener Fertigung. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Traubenweine, sondern um Veredlungen einheimischer Frucht- und Beerenmoste. Wenn Sie mit dem Auto durchs Land fahren, können Sie einen Abstecher zu einem der finnischen Weingüter machen und die Erzeugnisse probieren. Für meinen Geschmack sind die meisten dieser Weine zu süß, doch vielleicht sind Sie anderer Meinung. Auch bei Alko stehen in den Regalen finnische Weine und Schaumweine, natürlich auch Liköre. Finnische Beerenliköre haben nicht umsonst einen guten Ruf. Besonders exotisch schmecken davon die mit der Aufschrift "Lakka" und "Mesimarja"

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Rezept des Monats

Haferäpfelschmarren

Hafer?! Ist das nicht was für Pferde?

Genau! Pferde lieben Hafer, und Hafer ist gesund für Pferde - und Menschen!

Hafer enthält sogar 7 Prozent Fett, und dieses Fett hat eine besondere Zusammensetzung. Daneben enthält Hafer besonders viel lösliche Ballaststoffe und Flavonoide. Haferbrei gehört in Finnland und Schweden noch immer zu jedem ordentlichen Frühstückstisch, und ein Teller Haferbrei ist die beste Grundlage für den neuen Tag. Finnland und Schweden liefern heute den größten Teil des Welthafers.

Moderne Backtechniken haben es ermöglicht, Brot mit einem Haferanteil von bis zu 30 Prozent zu produzieren. Wenn Sie in Finnland sind, achten sie auf Produkte mit "kaura". Sie finden Haferkekse, Haferbrote und natürlich Haferflocken.

Zum Angewöhnen eine Leckerei zum Nachtisch: Mischen Sie eine Portion Haferflocken mit Zucker und Apfelstücken und backen sie das Gemisch im Ofen auf Backpapier goldgelb. Frisch portionieren und mit Vanille-Eiskrem oder Schlagsahne servieren!

Guten Appetit!



Frühere Rezepte!

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Preisbeispiele

Über das Preisniveau in Finnland sind leider noch immer viele Schauermärchen im Umlauf. Mit der Einführung des Euro wird sich das hoffentlich endlich ändern. Zur ersten Orientierung habe ich hier einige Preisbeispiele für Markenartikel zusammengestellt:

Artikel				Euro
1 l Vollmilch			0,68
200 g Milchschokolade Fazer 	1,65
1 l Apfelsaft Rainbow		0,65
Twinings Java Green 25 Beutel	2,15
Lapin Kulta I 0,33l		0,48
frische Öko-Sahne 0,2 l		1,00
Rainbow Sauerkraut 550g		1,32
Katzenfutter Whiskas	400g	1,00
frischer Lappland-Lachs	1kg	8,00
Rentier-Geschnetzeltes 1kg	11,50
--
Carrols Big Carolina		4,17
MacFish				3,67 


 

Kaffeeland Finnland!

Der braune Sud ist in Finnland eine ernste Angelegenheit. Zusammen mit den Schweden sind die Finnen die Weltmeister im Kaffeeverbrauch, mit über 10 kg pro Kopf und Jahr. Es heißt auch, dass Finnland im Durchschnitt die hochwertigsten Kaffeesorten importiert.

In den letzten Jahren sind überall im Lande neue Cafés en masse, aber mit hoher Qualität, entstanden. Sie brauchen nicht nach Seattle zu reisen, um die neuesten Trends kennenzulernen. In Helsinki sollten Sie unbedingt einen Stadtrundgang mit einem Besuch bei den alteingesessenen Renommiercafés und -konditoreien verknüpfen!

Mehr dazu:

 

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Essen für echte Kerls!

Sie wollen einmal richtig satt werden? Anstelle der Salate und leichten Kost mal ohne Rücksicht auf die Gürtelschnalle sich den Bauch vollschlagen?

Dann brauchen Sie "äijä-ruoka"! Essen für Kerls! Hier ein paar Adressen.

Wie wäre es mit einem Besuch in Mika Häkkinens Stammkneipe in Vantaa? Im Internet findet sich immer noch die alte Adresse, ( Fanseite über Allus Grill >>) aber Allun Grilli ist 2008 umgezogen und liegt jetzt einige Kilometer südlicher im Stadtteil Myyrmäki von Vantaa. Anschrift ist Myyrmäentie 2. Vom Zentrum Helsinkis gelangen Sie in 20 Minuten mit dem M-Zug nach Louhela und gehen dann zurück oder fahren nur bis Myyrmäki und gehen dann weiter nach Norden durch die Fußgängerzone. Das Motor-Restaurant Allun Grilli liegt gegenüber der Schwimmhalle, wo es auch Parkplätze gibt (Von Helsinki Richtung Hämeenlinna ca. 18 km und abbiegen nach Myyrmäki). Keine schlechte Idee erst mal die Schwimmhalle zu besuchen und mal ausprobieren, wie Finnische Sauna wirklich funktioniert!

Auch auf die Gefahr, Ihnen den Appetit zu verderben, hier etwas Triviales: Die beiden jüngsten finnischen Formel-1-Weltmeister (zuerst kam ja Keke Rosberg) Räikkönen und Häkkinen werden auf Finnisch kurz "Räkä + Häkä" genannt. Wörtlich übersetzt "Rotz + Kohlenmonoxyd".

Eine zweite empfehlenswerte Adresse ist das Restaurant Salve, Hietalahdenranta 11, wo Sie die Straßenbahn Nr. 6 in Richtung Hietalahti bringt. Fahren Sie bis zur Endstation.

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Das Beste zuletzt!

Zur finnischen Mahlzeit gehört auch meistens Wasser, in Form von frischem Leitungswasser. Falls die Bedienung Ihnen nicht von selbst eine Karaffe davon auf den Tisch stellt, fragen Sie nach, Wasser ist kostenlos und gehört dazu. Wenn Sie gesalzene Mineralwasser lieben, gibt es davon sowohl einheimische als auch importierte Marken. Doch ein anderes Getränk möchte ich Ihnen empfehlen: frische finnische Milch, entweder als Vollmilch oder mehr oder weniger entrahmt oder als Buttermilch! In Ihrer Heimat haben viele schon vergessen, wie frische Milch schmeckt, die meisten Läden halten ja nur H-Milch oder Kondensmilch bereit. Finnland jedoch ist glücklicherweise immer noch ein Milchland, die Qualität hervorragend und der Geschmack unvergleichlich!

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Text Copyright © 2001-2009 Übersetzungsdienst Heinrich Pesch, Finnland